Prof. Runa Strott interviewt Volker Geyer zum Thema „Kommunikation im Handwerk“

Geschrieben von Volker Geyer am

Kommunikation im Handwerk - Interview Volker Geyer
(links: Prof. Runa Strott - rechts: Volker Geyer)

Volker Geyer im Online-Interview

Im Frühjahr erhielt ich eine Anfrage von Frau Prof. Runa Strott von der THWS Business School in der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt für ein Onlineinterview. Das Thema: Die interne und externe Kommunikation von Handwerksbetrieben bis 10 Mitarbeiter und meine persönliche Sicht auf die aktuellen Veränderungen im Handwerk.  

Dass ich für dieses Gespräch ausgewählt wurde, freut mich besonders. Als Handwerksunternehmer und langjähriger Netzwerkinitiator im Handwerk durfte ich über viele Jahre erleben, wie stark Kommunikation über Erfolg oder Misserfolg eines Betriebes entscheiden kann. Gerade heute verändert sich dieser Bereich schneller als jemals zuvor.

Kommunikation war im Handwerk schon immer entscheidend

Handwerk lebt traditionell von persönlichem Austausch, Vertrauen und direkter Zusammenarbeit. Viele Entscheidungen entstehen spontan auf der Baustelle, im Kundengespräch oder im täglichen Austausch zwischen Mitarbeitenden. Genau diese pragmatische und persönliche Kommunikation gehört bis heute zu den größten Stärken des Handwerks.

Gleichzeitig haben sich die Erwartungen massiv verändert. Kunden erwarten heute schnelle Rückmeldungen, transparente Abläufe und eine unkomplizierte Erreichbarkeit. Digitale Kommunikation auf Augenhöhe gehört inzwischen für viele Auftraggeber selbstverständlich dazu.

Das Smartphone wird zum wichtigsten Werkzeug

Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel beim Smartphone. Für viele Handwerksbetriebe ist es inzwischen genauso wichtig wie klassisches Werkzeug. Auf Baustellen werden Bilder verschickt, Materialien abgestimmt, Termine koordiniert und Fortschritte dokumentiert.

Kurze Sprachmemos ersetzen häufig lange E-Mails. Dadurch werden viele Prozesse schneller, einfacher und effizienter. Kommunikation läuft heute mobil, spontan und zunehmend bildbasiert.

Mehr Geschwindigkeit bedeutet auch mehr Belastung

Die neue digitale Kommunikation bringt allerdings nicht nur Vorteile mit sich. Viele Betriebe erleben eine permanente Erreichbarkeit und einen steigenden Kommunikationsdruck. Informationen verteilen sich auf unterschiedliche Kanäle, Absprachen gehen verloren oder Missverständnisse entstehen.

Gerade in kleinen und wachsenden Handwerksunternehmen zeigt sich schnell: Nicht die Technik ist das Problem, sondern fehlende Struktur. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Informationen übersichtlich, nachvollziehbar und verbindlich zu organisieren.

Kommunikation wird zunehmend professioneller

Immer mehr Betriebe beginnen deshalb, ihre interne Kommunikation bewusster zu strukturieren. Moderne Organisations- und Projektlösungen helfen dabei,

·       Aufgaben klar zuzuordnen

·       Informationen zentral verfügbar zu machen

·       Baustellen besser zu koordinieren

·       Abläufe transparenter zu gestalten

Dabei geht es weniger um komplizierte Software, sondern vielmehr um Übersichtlichkeit und Entlastung im Alltag.

Vertrauen bleibt der wichtigste Erfolgsfaktor

Trotz aller Digitalisierung bleibt eines im Handwerk unverändert: Kunden kaufen vor allem Vertrauen. Deshalb funktionieren im Handwerk besonders gut:

·       persönliche Empfehlungen

·       echte Referenzen

·       authentische Einblicke

·       ehrliche Kommunikation

Gerade in einer digitalen Welt gewinnt menschliche Nähe wieder deutlich an Bedeutung.

Social Media verändert die Außendarstellung

Auch die externe Kommunikation hat sich stark verändert. Social Media ist heute für viele Handwerksbetriebe ein wichtiger Bestandteil der Sichtbarkeit geworden. Interessant dabei: Im Handwerk funktionieren echte Einblicke meist besser als perfekt inszenierte Werbung. Menschen interessieren sich für:

·       echte Baustellen

·       Arbeitsprozesse

·       Materialien

·       Vorher-Nachher-Bilder

·       die Persönlichkeiten hinter einem Betrieb

Kommunikation wird dadurch zunehmend Teil der Markenbildung.

Moderne Kommunikation wird zum Wettbewerbsvorteil

Auch bei der Mitarbeitergewinnung spielt Kommunikation heute eine wichtige Rolle. Junge Fachkräfte erwarten digitale Abläufe, schnelle Abstimmungen, moderne Unternehmenskultur und transparente Kommunikation. Betriebe, die offen, klar und zeitgemäß kommunizieren, wirken attraktiver und zukunftsfähiger.

Die größte Stärke des Handwerks bleibt die Nähe

Meine persönliche Überzeugung ist deshalb klar: Moderne Kommunikation wird im Handwerk künftig genauso wichtig sein wie fachliches Können, Technik und Qualität. Gleichzeitig bleibt die größte Stärke des Handwerks unverändert: die Nähe zu Menschen. Genau diese menschliche Kommunikation gewinnt in einer zunehmend digitalen Welt sogar weiter an Bedeutung.

Vielen Dank an Frau Prof. Runa Strott für das angenehme Gespräch.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen: Die Partnerbetriebe von „Malerische Wohnideen“ zählen nicht nur zu den gestalterisch kompetentesten Malerbetrieben im deutschsprachigen Raum, sie sind auch im Bereich Kundennähe und persönliche Kommunikation hervorragend aufgestellt.

Herzlichst, Ihr

Volker Geyer

 

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